Kaninchen geimpft - jetzt tot

Diese schmerzhaften Erfahrungen mussten in letzter Zeit viele Kanichenhalter machen.  Wenn in ungeimpften Beständen in kürzester Zeit80 bis 100 % der Tiere verenden, ist die RHD die Ursache. Aber auch Impfbestände können erhebliche Einbußen bis zu 50 % und mehr des Bestandes haben.

Was ist die RHD?   Rabbit Haemorrhagic Disease ist der richtige Name dieser Calicivirusinfektion. Sie ist also eine Seuche, die mit inneren Blutungen und Leberentzündung einhergeht. Manche nennen sie auch Chinaseuche weil die Erkrankung erstmals 1984 in China beschrieben wurde. Ab 1988 wurde diese Virusinfektion in vielen europäischen Ländern und Amerika nachgewiesen. Manche vermuten, dass die Erkrankung schon länger da war. Wir haben sie nur nicht diagnostiziert.

Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Tage. Sehr häufig tritt der Tod plötzlich unter Erstickungskrämpfen ein. Die Kaninchen schreien dabei oft schrill bevor sie schnell sterben. Auffällig ist oft ein blutiges Nasensekret. Das Ganze vollzieht sich ohne vorherige Erkrankungszeichen. Seltener werden ein bis wenige Tage vor dem Tod Symptome wie Unruhe, Benommenheit und Atembeschwerden beobachtet.

In seltenen Fällen überstehen die Kaninchen die Erkrankung und können Virusausscheider bleiben.

Übertragen werden kann die Seuche bzw. das Virus durch Personenkontakt, Ausstellungen, Tierzukäufe, kontaminiertes Grünfutter. Von besonderer Bedeutung sind virusübertragende stechende Insekten.

Geimpft und gestorben - wie ist das zu erklären?  Seit 2010 breitet sich ein neuer Virustyp der RHD über Frankreich aus. 2013 hat er Deutschland erreicht und wird als "Französische Seuche" oder RHD-2 bezeichnet. Im Gegensatz zur ursprünglichen RHD-1 befällt das Virus auch Nestlinge ab 4 Wochen und Feldhasen. Die Impfung mit Impfstoffen gegen RHD-1 hilft gegen RHD-2 nach einmaliger Grundimmunisierung nur ungenügend! Deshalb geben die führenden Impfexperten (StIKo vet) folgend Impfempfehlung: Impfung ab 4. Lebenswoche mit inaktiviertem, monovalentem RHDV-1-Vollantigenimpfstoff, zweimal im Abstand von drei Wochen und dann alle sechs Monate. Das schützt vor schweren Verläufen, nicht aber vor der Infektion. Diese Art der Impfung ist i.d.R. aber lebensrettend und überhaupt das einzige effektive Mittel gegen RHD-1 und RHD-2.

Nicht alle Kaninchenerkrankungen können der RHD-1 oder der RHD-2 in die Schuhe geschoben werden, die verlustreichen schon. Letzte Klarheit bringt die Einsendung von verendeten Kaninchen oder alternativ einem Stück Lebergewebe.

In Fragen der Impfung oder Diagnostik wenden Sie sich vertrauensvoll an einen Tierarzt. Die Impfkosten regeln sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte.